Web Analytics kann den Warenkorb noch voller machen – doch nicht mit allen Mitteln

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Im aktuellen ibusiness-Newsletter wird eine Variante zur Anreicherung des Warenkorbs mit Hilfe von Web Analytics diskutiert, die sehr bedenklich und nicht zu empfehlen ist – doch hat der Ansatz auch positive Möglichkeiten

iPad User sind reicher als andere. So die Statistik. Daher könnte ein Realtime Web Analytics Tool wie beispielsweise Adobe, IBM oder comScore auch diese Info in Echtzeit verwerten und dem iPad Nutzer, der sich ein Produkt anschaut, einen höheren Preis ausspielen. Technisch einfach und klug, moralisch und gesetzlich bedenklich und dumm. Denn hier würde eine sogenannte Preisspaltung auftreten, manche Website-Besucher also mehr zahlen als andere. Somit ist der Verstoß gegen das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) also vorprogrammiert.

Web Analytics hilft bei Realtime Offering

Was denn nun? Ist online einkaufen billiger oder teurer?

Nicht klug
Auch wenn die Verantwortlichen bei etracker und Mindlab stolz im iBusiness Realtime Pricing Beitrag verkünden, dass ihre Tools das hinbekommen würden, kann ich hier nur verneinen und nicht nur gesetzlich sondern auch logisch argumentieren. Sobald ein iPad Nutzer das herausfindet, wird er seine (höhere) Kaufkraft auf anderen Websites einsetzen. Außerdem führt es zu Schwierigkeiten in der Bewerbung von Produkten (Rasierer-Angebot für 99,- Euro (an alle iPad Nutzer: ihr bekommt ihn für 109,- Euro). Denn so müsste die korrekte Werbung aussehen…

Realtime Pricing mit bedenklichen Methoden

Wird es so kommen? iPad Nutzern werden andere Preise berechnet?

Realtime klüger nutzen
Wenn jedoch Realtime Kenntnisse klug genutzt werden, kann auch so der Warenkorb stärker gefüllt werden: Bundles oder exklusive Angebote (NUR für iPad Nutzer) sind die clevere Alternative. Denn hier ist weder ein Gesetzes-Verstoß gegeben noch eine Frustration der iPad Nutzer. Im Gegenteil, man hebt sie in einen exklusiv(er)en Status. Wer will das nicht? Gerade wenn die Statistik sagt, dass iPad Nutzer grundsätzlich männlich und besser verdienend sind. Gerade dieses Klientel ist einem exklusiven Status sehr zugewandt (Miles & More zum Beispiel).

Das aus dem Energiemarkt bekannte System des Realtime-Pricings bzw. für den Fall des Online-Shoppings aus meiner Sicht besser zu nennende Realtime-Offering kann eine sehr kluge Maßnahme zum Auffüllen des Warenkorbs darstellen. Dieser wird im allgemeinen Durchschnitt mit knapp über 61 Euro befüllt. Und sinkt damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (damals knapp 90 Euro). Auf diese Zahlen kommt der E-Tail-Report (durchschnittlicher Wert der Warenkorbs 2010)

Web Analytics bildet hier also erneut eine Grundlage zur Realisierung innovativer und effizienter Online-Maßnahmen.

Eine sehr gelungene Übersicht zu den verschiedenen Pricing-Verfahren gibt es auf ibusiness im gleichen Artikel: Realtime Pricing, Device Pricing und Co. Zum Beispiel werden Pricing-Möglichkeiten wie Profil-Pricing, Time-Pricing etc. Übrigens kommt der ibusiness Autor ebenfalls zu der Empfehlung, dass Realtime Pricing ein Spiel mit dem Feuer ist. Ein sehr gut recherchierter Artikel, sehr zu empfehlen.

Meine persönliche Definition lautet:

Realtime Offering bezeichnet das Zuordnen eines Inhalts in Echtzeit zu einem Besucher einer digitalen Plattform. (Ralf Haberich)

Realtime Offering Wikipedia

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