Web Analytics im Unternehmen – Auswahl und Einbindung

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Euroforum hat vor kurzem den Management-Lehrgang „Der zertifizierte Web Analytiker“ gestartet. Als einer der fünf selektierten Autoren kann ich Ihnen hier einen Auszug von Kapitel 5 (Web Analyse im Unternehmen – Auswahl und Einbindung) veröffentlichen.

(Auszug aus Kapitel 5)

Website-Relevanz
Nicht für jedes Unternehmen hat die eigene Website bereits die Relevanz, die es in der heutigen Zeit haben sollte. Selbstverständlich gibt es Unternehmen, die ihre sehr spitze Zielgruppe so gut kennen, dass sie die Website nicht als Lead-Generierungsmodell nutzen müssen (z. B. Heidelberger Druckmaschinen) oder als Serviceseite ausbauen. Jedoch ist im beginnenden 21. Jahrhundert die professionelle Darstellung und damit auch ein Zusatznutzen über die Website Pflicht. Der häufig benutzte Vergleich der elektronischen Visitenkarte und des ersten möglichen Eindrucks über das Unternehmen (durch die Website) sollte jeden Unternehmer veranlassen, die eigene Website bzw. die eigene(n) Domain(s) so darzustellen und zu bewerten, wie es die aktuelle Nutzungslandschaft verlangt.

Website-Relevanz für Web Analytics

Abbildung: Relevanz-Aktualitäts-Modell (Haberich): Je aktueller die Website Inhalte und je relevanter die Website (gemessen am Umsatzanteil des Unternehmens-Gesamtumsatzes und der Höhe des Traffics), desto wichtiger ist bei solch einer Website die Einführung/Implementierung und Nutzung einer Web Analytics Lösung

Businessoptimierung
Ohne Website Analytics kann eine gezielte Businessoptimierung im Online-bereich nicht erfolgen. Zusätzlich bietet die Onlineplattform die Möglichkeit, das Business selbst zu optimieren, denn in Zeiten des Web Advanced (die Formulierung Web 2.0 scheint irreführend, da sie impliziert, dass Web 1.0 abgelöst wurde – stattdessen erfolgte eine Erweiterung bzw. Weiterentwicklung) Informationen von Kunden und potenziellen Kunden über die Website direkte Einsichten in die Modellpolitik, die Modellpalette, das Serviceangebot oder auch die Unternehmensdarstellung haben können.

Um das eigene Geschäft optimieren zu können, müssen Besucher auf der Website analysiert werden. Dies ergibt ebenfalls Aufschluss über die Zufriedenheit des Kunden: Ergebnisse aus Online-Fragebögen können direkt in Web Analytics Tools eingebunden und mit weiteren Daten verbunden werden, sodass Schlussfolgerungen unmittelbar möglich sind.

Der Begriff Businessoptimierung ist natürlich sehr weitfassend und kann hier nicht in jedem Detail aufgezeigt werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass es diverse Möglichkeiten gibt, Onlinebusiness zu optimieren und gewonnene Informationen zu Optimierungsansätzen zu nutzen.

Dies kann in regelmäßigen Onlinekampagnen erfolgen (Bannerwerbung, Suchwortschaltung), in Aktionen zur Kundenansprache (E-Mail, Newsletter, RSS Feeds) oder aber im täglichen Umgang mit den relevanten Buchungsplätzen auf einer Startseite. Nur diejenige Meldung hat ein Recht auf die Platzierung auf der Startseite, die auch anhand von Messgrößen diesen Platz rechtfertigen kann. Und selbst dann ist eine weitere Optimierung möglich: Ist die Überschrift treffend und ansprechend gewählt? Stimmt die Relation Text/Bild? Wie hoch ist der Anteil an Fremdwörtern (ist dieser zu hoch)? Gibt es relevante Links im Text, die zu Detailinfos führen? Verfügt der Artikel über interaktive Elemente wie Kommentar oder Chat-Funktion etc.?

Wichtig ist es, erneut zu betonen, dass die Gewichtung von Web Analytics innerhalb des Unternehmens derart gegeben sein muss, dass die Daten aus der Web Analyse einen direkten Einfluss in das tägliche Geschehen ermöglichen, also auch genutzt werden. Handlungen, seien diese auf operativer oder strategischer Ebene, im täglichen oder längerfristigen Zeitraum, sollten auch direkt von Web Analytics beeinflussbar sein, wenn Erkenntnisse zu einer Verbesserung führen können……

Genaue Informationen zum Lehrgang hier: Web Analytics Management

Das Inhaltsverzeichnis für Kapitel 5 sieht wie folgt aus:

Zielformulierung

1 Web Analyse Systeme
1.1 Marktübersicht
1.1.1 Tools im Überblick
1.1.1.1 CMS Watch Übersicht
1.1.1.2 Forrester Übersicht
1.2 Aktuelle Analyseanforderungen
1.2.1 Streaming
1.2.2 Mobile
1.2.3 Social Media

2 Auswahl des Tools
2.1 Website Ziele
2.1.1 Kennzahlen
2.2 Erfolgsfaktoren für Web Analytics
2.3 Key Performance Indikatoren
2.4 Anforderungskatalog

3 Kostenlos oder High-End

4 Organisationsaufbau
4.1 Zentral versus Dezentral
4.2 Involvierte Abteilungen
4.3 Abteilungsübergreifendes Reporting
4.4 Management Informationen

5 Warum in Web Analyse investieren?
5.1 Online Ziele
5.2 Website-Relevanz
5.3 Business-Optimierung

6 Investition in Web Analytics
6.1 Einbindung der Angebots-Segmente
6.1.1 Lizenz/Abonnement
6.1.2 Traffic/Seitenaufrufe
6.1.3 Services
6.1.4 Sonderleistungen
6.2 90/10 bzw. 70/30 Regel
6.3 Profil des Web Analysten
6.4 Technische Partnerschaften und Anbindungen

7 Einbeziehung der Unternehmensführung in Web Analytics
7.1 Relevante Daten für den Chef
7.2 Chef für Web Analytics gewinnen
7.3 Handlungsemfehlungen aufgrund von Web Analytics gewinnen

8 Entscheidung auf Grundlage von Daten
8.1 Top-Down Anforderung

Zusammenfassung

Übungsaufgaben

Lösungen

Literaturverzeichnis

Der Lehrgang, der sich an Einsteiger aber auch Fortgeschrittene richtet, ist Mitte März gestartet, eine Neuauflage aufgrund des hohen Andrangs ebenfalls geplant. Timo Aden, ebenfalls Web Analytics-Blogger, hat vor kurzem nun auch einen lesenswerten Artikel zur „Positionierung von Web Analytics im Unternehmen“ verfasst.

Dass noch Optmierungsbedarf beim Einsatz von Web Analytics bei großen Unternehmen (z.B. DAX 30) besteht, können Sie hier nachlesen: Web Analytics im DAX.

Und hier: Web Analytics Report für DAX (Deutschland) und ATX (Österreich).

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