Web Analytics 2012 & 2013 – Abrechnung & Zukunftsszenario

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2012 ist in wenigen Tagen Geschichte (oder auch schon morgen, wenn die Mayas Recht behalten), daher ist es Zeit für einen Rückblick und einen Ausblick

Ende letzten Jahres, im Dezember 2011, hatte ich auf diesem Blog eine Abrechnung für 2011 sowie einen Ausblick für 2012 verfasst. Der Ausblick für 2012 hat sich in vielen Punkten bewahrheitet, vor allem hier:

1.) Der Markt entwickelt sich aus sich selbst weiter, große Konsolidierungen sind beendet
-> kein großes Analytics-Unternehmen wurde in 2012 gekauft bzw. konsolidiert

2.) Große Unternehmen mit internationalem Umsatz und Internet-Fokus bauen eigene Web Analytics Abteilungen auf, nennen ihre Mitarbeiter aber nicht mehr Web Analysten sondern Digital Analysts (oder so ähnlich), denn Web Analytics wird keine Einzeldisziplin mehr sein
-> Die Analytics-Abteilungen wachsen und wachsen, eine Neuordnung über Inhalte (und Titel/Funktion) hat jedoch nicht stattgefunden.

3.) Nationale Web Analytics Anbieter wie AT Internet, Webtrekk & Co werden größer und wachsen europäisch; damit sind sie ein relevanter Partner für Unternehmen, die nicht mit amerikanischen Anbietern zusammenarbeiten wollen (Datenschutz…) und dennoch eine internationale Plattform benötigen
-> Na, was soll ich hier sagen?

4.) Performance wird wichtiger, denn es geht um echte Echtzeit-Informationen bei eCommerce und Co
-> Entscheidungen werden in immer kurzeren Zeiträumen getroffen, Testing wird intensiver betrachtet, da schneller (re)agiert wird.

5.) Performance wird weniger wichtig, denn im großen Echo-System der Analyse zählt nicht immer nur die Zeit der Auswertung sondern die Qualität der Daten und der Datenhaltung sowie der Kombination mit anderen Auswertungs-Möglichkeiten
-> Siehe mein Artikel auf Web Analytics World zu „Why Use Web Analytics in Real Time?

8.) Die Customer Journey ist ein Schlüsselelement für Wachstum der nächsten Jahre
-> Dies ist kein Buzzword geworden, sondern entwickelt sich zu einer integrierten Anforderungen bei vielen großen Analytics-Projekten.

2013

Was bringt nun 2013? Welche technischen Merkmale sind relevant, welche bald Alltag oder gar verschwunden? Der Versuch eines Zukunftsblicks hier:

1.)
Big Data verpufft – damit meine ich: der Hype über die unglaubliche Masse an Daten wird zu einem Alltagskriterium, so dass nicht mehr über die Masse sondern über die kluge Nutzung diskutiert wird.

2.)
Datenschutz nervt – damit meine ich: die unübersichtliche Europäische Gesetzeslage zwingt Website-Verantwortliche aber auch Analytics-/Targeting-Anbieter zu einer Selbstbeschäftigung mit Gesetzestexten statt zur gewünschten Optimierung ihrer Website oder Unterstützung ihrer Kunden. Unternehmen als auch Anbieter werden zusätzliche Stellen für Datenschutz/Recht schaffen.

3.)
Rohdaten entscheiden – damit meine ich: in Zeiten von häufigen Google Analytics Releasen ist es für High-End Analytics-Anbieter immer wichtiger, die Kompetenz nicht anhand von Reportelementen sondern durch relevante Features zu beweisen, z.B. Rohdatenhaltung.

4.)
Analytics kommt an – damit meine ich: ein kluger Analyst schafft es, im C-Level gehört, aber auch in zukünftige Planungen miteinbezogen zu werden, denn diese Person ist keine Datenmensch mehr, sondern entwickelt sich zum Manager mit Datenkompetenz.

5.)
Mobile entscheidet – damit meine ich: der Kanal Mobile ist ein alles entscheidender Kommunikations- und Vertriebsfaktor und benötigt in Zukunft mehr Augenmerk als das stationäre Internet.

Was sind Ihre Gedanken zu 2013? Welchen Hype sehen Sie heraufziehen und Relevanz gewinnen, welchen Hype sehen Sie schon bald wieder versinken? Ich freue mich auf Kommentare und Anmerkungen.

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6 Antworten auf „Web Analytics 2012 & 2013 – Abrechnung & Zukunftsszenario“

  1. Den Hype um Big Data habe ich, wenn ich ehrlich bin, nie wirklich verstanden.
    Ich habe schon in meinem Studium (Anfang 2000) gelernt, das es auf die Aufgabenstellung ankommt, welche Daten benötigt werden. Wenn das klar ist, dann mach dich auf die Suche nach allen vorhandenen Informationen (unternehmensweit). Wenn Sie nicht vorhanden sind, schaffe Anregungen diese Informationen zu sammeln.
    Allgemein, sollte das Thema schon längst eine größere Aufmerksamkeit bekommen. Meiner Meinung nach scheitert Big Data meistens an Abteilungsarbeit, persönlichen Differenzen und Angst davor Macht in Form von Wissen einzubüßen.
    Wer als Datendompteur kein Diplomat ist wird es schwer haben. Es sei denn, das Thema wird seitens C-Ebene unterstützt.

    sent from my mobile

    (Dementsprechend schließe ich mich den Punkten 1,4 und 5 an)

    Neue Trends? Es werden sich 2013, mehr Personen mit dem Thema Daten auseinandersetzen, den aktuellen Wissensstand konsolidieren und für 2014 neue Anforderungen und echte Trends entwickeln. Eine seriöse Beschäftigung mit dem Thema Digital Analytics also.

    Jetzt wünsche ich ein frohes Fest und einen guten Start in 2013.

  2. Hallo Ralf,

    eine gute Liste für eine Diskussion. Ich fange mal an…

    Deine Rückbetrachtung kann ich in den ersten Punkten zustimmen.
    Was wir feststellen, ist allerdings, dass die Abteilungen langsam wachsen und vor allem, dass überhaupt jemand für Webanalyse „abgestellt“ wird. Das mag sicher an Euren Kunden liegen, das dieser Eindruck entsteht.

    Ist Performance wichtig oder nicht?
    Was die Performance der Tools angeht wird es definitiv wichtig. Die Kunden haben keine Luste mehr auf Auswertungen lange zu warten. Besonders Unternehmen, die die Wartezeit steuern können haben in diesem Jahr einige Kunden aus diesem Grund verloren.
    Die Qualität der Daten ist für das Testing relevant.
    Nun ja…

    Die Customer Journey, also eine „Richtige“, nicht nur mit Daten aus der Webanalyse, ist relevant, klar. Und schon greifen wir ein anderes Buzzword auf „Big Data“. Irgendwo liegen die Daten für eine relevante Customer Journey, nur wie kommen die unterschiedlichen Daten zusammen?

    Und schon sind wir bei den Aussichten:
    Big Data – das Thema wird aus meiner sicht bei Kunden immer mehr verstanden, und von einigen ehrfürchtig angegangen.

    Datenschutz – die Unsicherheit und Verzögerungen in der Legislative und Exekutive nerven.

    Rohdaten – wenn der Kunde den Nutzen erkennt, den er mit Rohdaten erreichen kann, dann sind diese relevant.

    Analytics – genau, die Hoffnung habe ich auch.

    Mobile – wenn die Daten von Mobilen Devices und stationären Internet verknüpft werden können…

    Oh, die Welt geht bald unter. Ist ja gleich 12:11h, in welcher Zeitzone überhaupt?

    Frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

    Beste Grüße
    Marcus

  3. Hey Ralf,

    vielen Dank für die interessanten Visionen für das neuen Jahr.

    Für das nächste Jahr vielleicht noch ein wenig zu früh, aber es wird sich auf jeden Fall noch das Berufsbild des „Daten Visualisierers“ herausbilden, der neben den Digitalen Analysten die Daten für alle Level leicht verständlich aufbereitet.

    @ Roland: In größeren Unternehmen wird Big Data garantiert schon gute Schritte machen, im Mittelstand kann es noch eine Weile dauern.

    Viele Grüße und Euch beiden besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Mario

  4. Hallo Herr Haberich,
    ich stimme Ihnen in vielen Aus- und Voraussagen zu.

    Eine Anmerkung zu Punkt 1 – 2013:
    Ich bezweifle, dass das Thema BigData 2013 bereits den angesprochenen Reifegrad erreicht. Zunächst muss das Bewusstsein geschaffen werden, dass die Daten vorhanden sind (klingt selbstverständlich – ist aber vermutlich nicht immer so). Dann gilt es das Denkmuster umzudrehen: weg vom: „ich habe viele Daten – was kann ich damit machen“ – hin zu: „das sind meine Fragen und ich habe alles um sie zu beantworten“.

    Wird auf jeden Fall spannend…

    Schöne Grüße und erholsame Feiertage
    Roland Thaler

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