Online Video Werbung erfährt erdrutschartige Veränderungen

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Christoph Schuh, Vorstand Marketing & Sales der Tomorrow Focus AG, forderte kürzlich Entscheider öffentlich auf, „einen Teil des TV-Budgets in Video-Advertising zu investieren, um die Reichweite sinnvoll zu erhöhen“

Wenn das bei der Kreation des TV-Spots bereits mitbedacht werde, seien die zusätzlichen Kosten „mehr als überschaubar“.

Die Anregung geht ein wenig am Trend vorbei: Derzeit finde bei den Werbebudgets ein „regelrechter Erdrutsch in Richtung Video-Advertising statt“, sagt Vermarktungsberater Ralf Scharnhorst, Inhaber von Scharnhorst Media Relation . Allein 2009 werde sich der Anteil von Online-Video-Werbung „um den Faktor Zehn vervielfachen“. Allerdings komme der Schub von „niedriger Ausgangsbasis“.

Online Video Werbung wächst und wächst

Gleichzeitig sei in der Wirtschaftskrise ein anderer Trend zu beobachten: Firmen wenden kaum zusätzliche Mittel auf. Vielmehr werden Investitionen innerhalb der Werbebudgets umgeschichtet. Folge: „Jeder Euro für Online-Video-Werbung geht der TV-Werbung verloren.“

Internet- statt TV-Konsum
Für die Bewegung gibt es Gründe. Zum einen erreichen „immer mehr Kunden ihre Zielgruppe über Online“. Nicht nur tagsüber von den Büros aus, sondern gerade abends in der Primetime seien in einigen Gruppen die Reichweiten durchaus vergleichbar zu TV. „Da ist die Internet-Nutzung Ersatz für den Fernseh-Konsum“, so Scharnhorst weiter über junge, gebildete und städtische Nutzergruppen.

Hinzu kommen die Multi-Tasking-Nutzer, die parallel surfen und im Hintergrund den Fernseher laufen lassen. Eine Zielgruppe, die etwa Anic Ljubinka, Senior Project Managerin bei SevenOne Media GmbH, besonders umschwärmt. Denn aus ihrer Sicht ergänzen sich die entsprechenden Werbeauftritte: TV-Advertising biete „Reichweite und Emotionalisierung“, Online-Video-Marketing warte mit „Vertiefung und Intensivierung“ auf.

Für die Werbewirkung auf diese Hintergrund-Zuschauer verweist Anic auf eine firmeninternen Studie, in der es heißt: „Die nebenbei rezipierten Werbespots hatten eine geradezu magnetische Anziehungskraft. Keiner der Probanden warf nicht zumindest einmal einen kurzen Blick auf den Bildschirm. Die meisten schauten mehrmals auch intensiver hin – sogar diejenigen, die sich selbst im Interview als ‚Werbeverweigerer‘ bezeichneten.

Als optimal empfiehlt Anic daher ihren Kunden einen parallelen Auftritt im Netz sowie auf dem Schirm und verweist wiederum auf die interne Studie, die so eine „besonders effektive Werbewirkung ermöglicht“. Für vernetzte Auftritte sprächen nicht zuletzt Modelle aus der Wirkungsforschung.

Adieu Leitmedium TV? Diese Frage beantwortet ibusiness im aktuellen Report. Der Text ist ein Auszug davon. Dieser Artikel wurde Ihnen präsentiert von der Web Analytics Lounge.

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