IP-Adressen: die unendliche Datenschutz-Diskussion

twitterlinkedin

IP-Adressen sind persönliche Daten, sagen Datenschützer und die Internet-Industrie stellt sich einer Anhörung in Brüssel
Web Analytics und der Datenschutz
Die IP-Adressen von Computern müssen als persönliche Daten angesehen werden. Dies bekräftigten am Montag die europäischen Datenschützer bei einer Anhörung zum Thema „Datenschutz und Internet“ im Europaparlament in Brüssel. Zwei sehr unterschiedliche Positionen aufeinander: Während europäische Datenschützer fordern, dass Nutzer besser über die Verknüpfung der verschiedenen genutzten Dienstleistungen eines Anbieters aufgeklärt werden müssen und sich gegen ein Durchscannen von eMail-Inhalten aussprechen, wiesen Vertreter der Internet-Industrie diese Bedenken zurück. Die elektronische Post werde lediglich aus Sicherheitsgründen geprüft. Auch sei ein Durchforsten der Mail-Inhalte nach bestimmten Schlüsselwörtern dadurch zu rechtfertigen, dass so einem Kunden auf sein Persönlichkeitsprofil zugeschnittene Werbung übermittelt werden könne.

„IP-Adressen sind als Internetadressen von Computern personenbeziehbare Daten und fallen daher unter die Datenschutzrichtlinie“, meint Philip Scholz, Sprecher des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Dies habe auch die europäische Datenschutzgruppe der „Art. 29 data protection working party“ in ihrer „Opinion 04/2007 on the concept of personal data“ klar gemacht. Demnach haben auch dynamisch zugewiesene IP-Adressen als persönlich identifizierendes Merkmal zu gelten. „Nutzer müssen zudem erfahren, wie die verschiedenen Dienste eines Anbieters miteinander verknüpft werden“, forderten Vertreter der niederländischen Datenschutzbehörde im Rahmen der Anhörung.

Von Seiten der Internet-Industrie sieht man dies allerdings anders. „Die Frage, ob IP-Adressen persönliche Angaben sind, kann man nicht mit Ja oder Nein beantworten“, erklärte etwa der Datenschutz-Experte des Suchmaschinenbetreibers Google. Ein genereller Schutz von IP-Adressen sei deshalb abzulehnen. Die Speicherung der Daten in Verbindung mit Suchaufträgen sei vor allem notwendig, um die Leistungsfähigkeit der Suchmaschine weiter zu erhöhen. Auch das Scannen von eMail-Inhalten betreibe man nur aus Sicherheitsgründen, um beispielsweise Spam und Viren abzuwehren.

Diese Diskussion wird also weiterhin die Runde machen und alle Web Analytics Unternehmen wären theoretisch vom Ergebnis abhängig. Eine praktische Umsetzung ist jedoch aus meiner Sicht nicht möglich.

twitterlinkedin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.