Von Google Analytics trennen

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…das tut der Landtag Nordrhein-Westfalens – Datenübertragung in die USA ein „No Go“

Der Landtag Nordrhein-Westfalens (NRW) will künftig seine Webseitenbesuche nicht mehr vom Suchmaschinenprimus analysieren lassen und sich „umgehend von Google Analytics trennen„. Das teilte ein Sprecher des Landtags heise online heute mit. Bislang wurden die Besucher von landtag.nrw.de mit Hilfe des Google-Dienstes ausgewertet, hatte die Düsseldorfer Xamit Bewertungsgesellschaft herausgefunden. Das ging auch aus dem Impressum der Landtags-Website unter Punkt 7 „Statistische Auswertungen“ hervor. Dieser Punkt ist mittlerweile ersatzlos gestrichen worden.

Dem Impressum war zu entnehmen, dass die Daten in die USA übertragen und dort ausgewertet wurden. Nach Paragraph 17 des vom Landtag im Mai 2000 verabschiedeten Datenschutzgesetzes ist aber die Übermittlung an Stellen außerhalb der Mitgliedstaaten der Europäischen Union nur zulässig, wenn dort „ein angemessenes Datenschutzniveau gewährleistet ist. Vor der Entscheidung über die Angemessenheit des Datenschutzniveaus ist der Landesbeauftragte für den Datenschutz zu hören.“ Bettina Gayk, Pressereferentin des Landes-Datenschutzbeauftragten NRW, hatte moniert, dass die Auswertung mit Hilfe von Google datenschutzrechtlich „nicht zulässig“ gewesen sei.

Auch andere Webseitenbetreiber gehen wenig sensibel mit dem Datenschutz um: Nach Erkenntnis des „Xamit Datenschutz Barometer 2008“ „verstoßen 45 von 100 Webseiten gegen die gesetzlichen Bestimmungen oder weisen sonstige Indikatoren für ein mangelhaftes Schutzniveau auf“. Ein weiterer Missstand sei, dass 95 Prozent der Webseiten-Betreiber, die Marktführer Google Analytics hierfür einsetzen, ihre Erhebungen verheimlichten. Zwischen September und November dieses Jahres hat die Beratungsgesellschaft nach eigenen Angaben 26.209 deutsche Webpräsenzen mit 1,3 Millionen Seiten mittelständischer Unternehmen sowie öffentlicher Institutionen mittels Quellcodeanalyse untersucht.

Zur Problematik der Auswertung mit Google Analytics erläutert Niels Lepperhoff von Xamit, Analysen wie jene von Inhalteanbietern, die wissen wollen, wie viel Prozent der Besucher eine bestimmte Webseite angesehen haben, seien harmlos. Kritisch jedoch werde es, wenn jemand versucht, die IP-Adressen einzelnen Nutzern zuzuordnen.

Diese Nachricht fand ich heute auf heise.de. Spannend vor allem die Diskussion aufgrund des Artikels: Google Analytics böse? mit aktuell bereits 130 Kommentaren.

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5 Antworten auf „Von Google Analytics trennen“

  1. Und im übrigen ist der Landatg NRW als „öffentliche Hand“ an eine mindestens beschränkte Ausschreibung gebunden, womit auch dieser „Deal“ nicht per Telefonakquise erobert wird, sondern durch harte Arbeit (beim Asufüllen von einer Seite Fragebogen pro 1000 PIs Reichweite…). Man kann also abwarten und zwischenzeitlich Submissionsanzeiger lesen.

    Good luck oder veel geluk

  2. Ich würde das Bild gerne noch etwas größer machen: wer den Landtag als wichtigen potenziellen Kunden sieht, konzentriert sich als High End Anbieter auf die falschen Targets…

    Von einer „niederländischen WA Firma“ wird die Telefonzentrale sicher nicht angerufen.

  3. Was bin ich froh dass ich nicht an der Telefonzentrale des Landtages sitze.

    Den Run auf diesen potentiellen Kunden werden doch wohl alle Verkäufer von deutschen, niederländischen oder amerikanischen WA Firmen mit rennen.

    „Entschuldigung, wer ist denn bei Ihnen im Hause für die Website zuständig“.

    Happy Selling und Frohe Weihnachten!

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