28.MONTAGS-Interview auf Web Analytics Europa – Heute: Udo Möller

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Analytics-Bücher in deutscher Sprache sind in den letzten Jahren einige erschienen – Udo Möller hat bereits zwei eigene geschrieben: beide sehr lesenwert

Web Analytics Europa interviewte Udo Möller zum Inhalt der Bücher, seiner Analytics-Projekte und der Zukunft von analytischen Maßnahmen. Herr Möller hat nach dem European-Business Studium und einer mehrjährigen Dienstzeit bei der NATO in Brüssel 1996 die ODIN-Agency gegründet, die sich ausschließlich mit Dienstleistungen rund um das Thema Webanalyse beschäftigt.

Udo Möller - Analytics Experte

Web Analytics Europa: Herr Möller, können Sie mir Ihre aktuelle Position und das Aufgabenfeld bei den deutschen Banken, die Sie betreuen, beschreiben?

Udo Möller: Gerne. Ich bin als freier Webanalyseberater für eine handvoll Finanzinstitute im Einsatz. Die Ansätze unterscheiden sich vermutlich nicht wesentlich von anderen Konzernen, ausgehend von Traffic- und Seitenanalysen bis hin zum Tracking der Kampagnen, Medien und Mobile/Smartphones. Interessant ist tatsächlich der hohe Anspruch zum Schutz der Privatsphäre. Beispielsweise findet bei meinen Kunden KEINE direkte Verbindung zwischen Website-User und dem Web Analytics-System statt. Zwischen den beiden Parteien sitzt bankeigene Infrastruktur, die ausschließlich mit dem User kommuniziert.

Bevor die Daten verschlüsselt zum Analytics-Anbieter transferiert werden, werden die IP-Adresse und ggf. sonstige Daten anonymisiert. Ferner wird das Tracking primär in der öffentlichen Website und nicht im geschlossen Transaktionsbereich eingesetzt. Derzeit gibt es diverse Working-Groups, die sich mit dem EU-Cookie-Law und dessen bestmögliche Umsetzung beschäftigen. Das Reporting ist sehr effizient aufgesetzt, was in Großkonzernen durchaus eine Herausforderung ist – besonders bewährt haben sich über SOAP erstellte Power-Point Management-Dashboards, die von einem kleinen zentralen Team zielgruppengerecht erstellt und verteilt werden. Die Zufriedenheit der Fachbereiche, so konfus es sich auch anhören mag, ist sehr hoch!

Web Analytics Europa: Seit wann arbeiten Sie mit Web Analytics? Wie hat sich diese Nutzung in den letzten Jahren gesteigert? Wie hat sich der Fokus geändert?

Udo Möller: 1998 entwickelten wir das erste System für eine Bank auf Basis eines Loganalyzers. Das Projekt hatte Riesenspaß gemacht und wir treffen uns nach über 15 Jahren immer noch jährlich zum Austausch. Herausforderung war, die Riesendatenmengen annähernd performant zu analysieren.

Selbst ist das mir nie richtig gelungen – ich bewundere jedoch aufrichtig die Toolperformance von Webtrekk – wirklich beeindruckend! Die Nutzung hat sich etwas gesteigert und mittlerweile wagen sich ‚erste Fachbereichs-Pioniere‘ auch mal an das Frontend. Tatsächlich nicht ganz unkritisch, weil die Tools fast immer etwas ausspucken. Der zentrale Ansatz, valide aufbereitete Daten an einen Verteiler zu senden, kann, je nach Unternehmen, durchaus sinnvoll sein.

Im Fokus sind immer noch die Standardreports (Traffic, Seiten) und man sammelt Erfahrungen mit dem Kampagnentracking. Zunehmend bedeutend wird die Qualität der Daten werden – sind diese belastbar oder stark verwässert?

Web Analytics Europa: Sie haben bereits an zwei Analytics-Büchern mitgewirkt. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über Web Analytics zu schreiben und können Sie kurz die Unterschiede der Bücher herausstellen?

Udo Möller: Not macht erfinderisch! Der Hauptgrund ist unbestritten der Fakt, den Lebenslauf bzw. Profil mit einem interessanten Eintrag anzureichern – die Verkaufszahlen von Harry Potter sind zudem unser Benchmark (-;

Sekundär wurde von den Fachbereichen häufig eine geeignete Grundlagendokumentation gefordert. Die Kunst des Webtrackings, im O’Reilly Verlag erschienen, beschreibt im Wesentlichen Grundlagen, von der IP-Adresse bis hin zum geeigneten Team/Projektplan – viele Bestandteile werden vermutlich auch noch in 2020 gültig sein.

Kunst des Webtrackings - Web Analytics Buch

Das jüngste Werk, „Webtrekk Q3 Edition“ ist für Gelegenheitsanwender und Entscheider gedacht, die sich scheinbar für die richtige Analyticslösung entschieden hatten. Es ist definitiv kein Handbuch, sondern soll vorranging Interesse wecken.

Web Analytics Europa: Wie hat sich aus Deiner Sicht der Web Analytics Markt zwischen Buch 1 und Buch 2 entwickelt?

Udo Möller: Dazwischen liegen rund fünf Jahre. Generell in der heutigen schnellen IT-Welt vermutlich eine halbe Ewigkeit. Umfangreicher aber nicht unbedingt besser, sondern eher etwas verwässert, aufgrund von Privacy & Co (z.B. Google Suchphrase ’not provided‘). Es lässt sich zwar mittlerweile über Schnittstellen komfortabler andocken und erweitern, die zu Grunde liegenden Techniken, allem voran das Pixeltracking, hat keine bahnbrechenden Erweiterungen bislang gebracht.

Der ein oder andere Player wurde übernommen, die Frontends wurden etwas bunter, der Funktionsumfang umfangreicher, aber im gleichen Maß ist leider die Performance/Nutzen nicht immer gestiegen. Mir ist eine Prozessanalyse, die ich spontan anlege und rückwirkend berechnen lasse allerdings lieber als eine bunte Heatmap, die auf absoluten Koordinaten beruht (sagt wenig aus, wenn man nicht noch entsprechende Auflösungs-Filter setzt und dies dann auch verwendet). Die Datenschützer kommen aus den Gräben hervor und werden vermutlich in den nächsten Jahren den ein oder anderen Angriff, hoffentlich nicht zur Kapitulation der Anwender, starten. Glücksritter versuchen sich als Berater und werden es schaffen, auch diesen noch recht jungen Markt in Verruf zu bringen.

Udo Möller BUCH zu Webtrekk

Web Analytics Europa: Welchen nächsten Trend sehen Sie bei Analytics?

Udo Möller: Eine Verschmelzung der diversen Performance Reporting Systeme, wenn man es schafft, die Interaktionen sinnvoll zuordnen zu können, was vermutlich bei anonymisierten Zugriffen nicht ganz einfach sein wird. Konzerne haben zudem die Herausforderung, die diversen Abteilungen/Teams, die an solchen Projekten beteiligt wären, zu steuern – das initiale Interesse ist vorhanden, der Nutzen erkannt, aber die Umsetzung? – packen wir es an!


Allgemeines

Ihr wichtigster KPI? Blutdruck und Kontostand – Während der eine zu hoch ist, ist der andere chronisch stets zu tief und könnte etwas Euphorie gebrauchen

In der Branche seit? 1996

Ihre (privaten oder/und beruflichen Interessen)? Gutes Essen und Trinken, was an der schönen Mosel selten zu kurz kommt.

Ihr Alter? 47

Wo können die Bücher bezogen werden? Die derzeitige Preview-Version zum Preis von 25 EUR (inkl. Versand) bei:
Performance Publishing & Mentoring Group
Odin-Agency GmbH & Co KG
Hetzhofer Str. 4, 54538 Kinderbeuern
pp@odin-agency.de

Das vorherige 27. MONTAGS-Interview finden Sie hier: Web Analytics Europa Interview. Das allererste aus dem Jahre 2007 hier: MONTAGS-Interview – Der Beginn

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Eine Antwort auf „28.MONTAGS-Interview auf Web Analytics Europa – Heute: Udo Möller“

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